Interview

Interview mit Maxi von lottithewilding

 

Wir melden uns zurück- die Zeit vergeht und ich finde keine übrige um mich mit meinem Blog zu beschäftigen. Das Arbeitsleben hat mich fest- zu fest im Griff und es ist gerade alles zu viel. Um vier aufstehen. Um drei bin ich zuhause und dann noch korrigieren, für den nächsten Tag vorbereiten, Haushalt und das wars. Ich hoffe, es wird irgendwann wieder besser. Auf jeden Fall wird es hier nicht mehr so häufig Neues geben :(
Umso mehr freu ich mich auf mein erstes Interview hier auf dem Blog!




Auf meinen Instagram Streifzügen habe ich ihn entdeckt: lottithewilding- den Account von Maxi und ihrer rumänischen Hündin Lotti oder auch Lodzilla :). Es gibt viele Accounts mit schönen Fotos, die man sich gerne anschaut- aber das wars dann auch irgendwie. Bei Maxi ist das anders. Sie  schreibt zu ihren wunderschönen Fotos aus dem Altag mit Lotti kleine Texte und die sind lustig, persönlich, authentisch, manchmal philosophisch und immer sympathisch. Ein Account, der ans Herz wächst und dem man einfach gerne folgt! Ich kann ihn euch nur empfehlen! Und damit ihr die beiden ein bisschen näher kennen lernt, gibt es ein exklusives Interview für euch. Viel Spaß!



Wer seid ihr?

Haaallöchen! Wir- das sind seit knapp einem dreiviertel Jahr Lotti (16 Monate), meine rumänische Kampfsau, und ich, Maxi (288 Monate). Antreffen kann man uns meist in der bezaubernden Stadt Lübeck, wo ich Psychologie studiere und Lotti die Nachbarschaft terrorisiert. Für meinen absoluten Traumberuf- psychologische Psychotherapeutin- soll Lotti mal als Therapiehund herhalten- aber bis es soweit ist…. 
  

Wie bist du auf den Hund gekommen? 


Also, um ehrlich zu sein, ich bin eher der „Katzenmensch“ (bitte nicht steinigen) und habe nie besonders viel mit Hunden zu tun gehabt.

Bis ich letztes Jahr im Sommer durch Zufall die Not einer Kommilitonin mitbekam, der Welpe ihrer Mutter finde keine Betreuung während des Urlaubs. Keine Ahnung, was mich da geritten hat, aber kurz darauf zog Yukon, ein 7 Monate alter Golden Retriever bei mir ein. Er wog 29 kg und war riesig- unter einem Welpen hatte ich mir definitiv etwas Anderes vorgestellt. Mit seinen 7 Monaten hatte es Yukon faustdick hinter den Ohren: Sitz und Platz gingen nur mit Mühe und Leberwurst, nachts drückte er mir seinen nassgekauten Plüschball ins Gesicht, beim Spaziergang zog er mich hinter sich her und verabreichte mir so die ein oder andere Brandblase…, Straßenverkehr und Bus- und Bahnfahren waren ihm fremd, weshalb dem Versprechen meiner Mutter gegenüber („Ich nehme ihn einfach mit zur Uni, du wirst schon sehen, das wird alles ganz super!“) ein fetter Strich durch die Rechnung gemacht wurde, er kackte meiner Mitbewohnerin ins Zimmer und kotzte mir eines schönen Morgens im hohen Bogen über die Schulter den ganzen Rücken voll.

Aber: ich war nie glücklicher und wusste, das Alles will ich auch und zwar nicht nur für 3 Wochen. Den logischen Zusammenhang habe ich bis heute nicht verstanden.

Nachdem ich für den Master also in meine eigene Wohnung in Lübeck zog, machte ich mich schnellstmöglich dran, mich nach dem perfekten Hund umzuschauen.

Von Anfang an war mir klar, dass ich als blutiger Hundeanfänger und noch dazu Vollzeitstudentin keinen Welpen bei mir aufnehmen konnte. Mein Plan: einem Junghund ein Leben voller Aufgaben und Freude zu bieten, ihn auch als Therapiehund auszubilden. Ich entschied mich, einem „second hand-Hund“ ein Zuhause zu schenken. Mir war klar, dass ich keinen Hund einfach aus einer Online-Datenbank bestellen wollte, deswegen beschränkte ich mich auf regionale Hundeangebote. Und Mitte November war es dann soweit: ich besuchte die kleine Lotti, die damals noch den Namen „Chrissy“ trug, der mich eher an eine Lebedame als an eine Hündin erinnerte und deshalb als Notfallmaßnahme erst einmal geändert wurde. Ein winziger Zwerg von Hund- der verschlafen im Arm des Pflegeherrchens hing und eher wie eine Mischung aus Waschbär und Katze aussah- Perfekt also !
  

Hat sich dein Leben mit Hund sehr verändert? 

Ich will nicht sagen, dass ich mich grundlegend verändert habe- aber Lotti hilft mir sehr, der Mensch zu werden, der ich sein möchte. Sie offenbart (mir) scham- und rücksichtslos meine Schwächen und Fehler. Jede noch so kleine Anspannung meinerseits wird quittiert.

Sie symbolisiert außerdem meinen Sprung aus dem vermeintlich sicheren Nest- meine erste eigene Entscheidung- hey- und dann gleich eine, gegen die sich jeder, der mir wichtig war, ausgesprochen hatte. ;) Um einen ganz kurzen, knackig- nackigen Moment preiszugeben: sie half mir, mich aus einer langjährigen Abhängigkeitsbeziehung zu befreien. Die Verantwortung, die mit ihr einzog, machte mir bewusst, dass ich nicht länger blind durch die Weltgeschichte hinter anderen herrennen kann, darf und möchte, sondern mich um ihretwegen für das Richtige entscheiden möchte. Anders als erwartet behindert sie mich nicht im Studium, bei Besuchen und co.-klar, einiges verändert sich, gute Freunde bleiben, schlechte hauen endlich ab, neue Bekannte werden zu guten Freunden und haben –huuuuch- zufällig auch Hunde, aber ansonsten gehört sie nun fest in meinen Alltag.
Wenn ich ein Fazit ziehen soll: Lotti macht mich gesünder, reifer, entspannter.
  

Gibt es ein Zitat, einen Spruch, der euer Zusammenleben passend beschreibt?

  Puuuh, da muss ich mir was ausdenken- vielleicht ohne Fleiß kein Preis? 
  

Was magst du an Lotti am liebsten?

Lotti ist fröhlich und witzig- fast kommt es mir vor, als habe sie Humor. Sie darauf zu reduzieren, wäre jedoch falsch. Denn wie eben angedeutet- sie zwingt mich täglich zur Ruhe, zur Vernunft und Geduld- Dinge, die mir als verkommene Perfektionistin mit einem Hang zur Delegations-Unfähigkeit fast völlig fremd sind und nicht in meinem Verhaltensrepertoire vorkommen.
  






Wie kommt ihr in der (Groß-)Stadt zurecht?

Lotti und ich sind ja Stadtkinder. Und nach meinem Faux-pas mit Yukon damals war es mir ein riesiges Anliegen, mit Lotti frühzeitig Bus-, Bahn-, Auto-, Radfahren zu üben. Wir sind also durchaus mobil und benutzen öffentliche Verkehrsmittel regelmäßig und entspannt. Was zurzeit einkritisches Thema für uns ist, ist Lottis generelles Erregungsniveau bei Hundebegegnungen… Lübeck ist ja auch eine Stadt, allerdings empfinde ich die Hund-Mensch-Atmosphäre dort als sehr angenehm. Ich gehe da gerne mit Lotti spazieren. Es gibt für Hunde viele Möglichkeiten und auch mir wird es dabei nicht langweilig. Dazu kommen die umgänglichen Hundehalter, die es einem auch leicht machen. Da ich die letzten Monate sehr viel in Hamburg unterwegs war, kann ich da schon einen deutlichen Unterschied feststellen. Unangeleinte Hunde lauern an jeder Ecke und stürzen urplötzlich nach vorne um zu spielen, stänkern, schnüffeln… von Anleinpflicht oder Rücksichtnahme haben hier leider die Wenigsten eine Vorstellung. Mir persönlich ist ein respektables Miteinander durchaus wichtig, da Lotti leider nicht allzu entspannt an der Leine auf andere Hunde reagiert… und weil es einfach frech und dreist ist, es anders zu handhaben. Nun üben wir seit ein paar Wochen das „Zeigen und Benennen“ und können damit gute Fortschritte erzielen und uns wieder etwas entspannen. An und für sich finde ich es durchaus im Rahmen des Möglichen, mit Hund in der Stadt glücklich zu sein oder zu werden. Allerdings ist mein persönliches Glück von variablen, entspannten Grünflächen, Wäldern und co. abhängig, sodass ich eine Kleinstadt immer einer Stadt wie Hamburg vorziehen würde.









 Du designst auch selbst Hundehalsbänder.Was ist euer Halsband Favorit?

Ich liebe schlichte, aber aufwendige Halsbänder- vielleicht auch weil ich in Sachen Farbkombinationen oft überfordert bin. Mein liebstes (vielleicht auch deshalb, weil ich 2 Wochen daran gearbeitet habe…) ist dieses hier- 


 



Was würdest du jedem Hundebesitzer raten?

legt euch nicht mit meinem Hund an.

Spaß beiseite- macht euch mit dem „Hundeknigge“ (Stichwort: Projekt Wohlerzogen) vertraut. Versucht, mit gutem Beispiel voranzugehen und Nicht-Hundehaltern sowie anderen Hundehaltern zu zeigen, wie es (besser) geht.






Liebe Maxi und liebe Lotti, wir bedanken uns bei euch herzlich für das unterhaltsame Interview! Es hat uns sehr viel Spaß gemacht :)
























 

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